(Auszug aus der Festzeitschrift zum 700jährigen Jubiläum)
Es kann nicht Aufgabe einer Festzeitschrift sein, dem Leser ein lückenloses Bild einer Vereinigung von Männern aufzuzeigen, die sich durch die Jahrhunderte fest im Bewusstsein einer traditionsbewussten Bürgerschaft etabliert hat. Unsere festfreudige Zeit lässt es zudem gewagt erscheinen, wenn ein seit jeher anerkannter Verein unseres Heimatstädtchens wieder einmal an die Öffentlichkeit tritt, an eine Öffentlichkeit, deren hektisches Treiben kein längeres Verweilen bei der Betrachtung des historischen Gebildes einer glaubensstarken, von den Idealen „Glaube, Sitte, Heimat“ geprägten, dem Mitmenschen dienenden Bruderschaft duldet, wie sie nur eine Epoche hervorbringen konnte, die sich dem Schutz und der Förderung der Kirche verschrieben hatte. Wo finden wir heute noch überliefertes Brauchtum, Tradition, persönliche Ehre, aufopfernde Liebe zum Nächsten und helfende Bereitschaft mehr als in diesen religiösen Bewegungen, die sich durch vergangene Zeiten ausgehend von den Wirren des Mittelalters bis in unsere schnelllebige Zeit behauptet haben. Kein Wunder, dass auch heute noch vorwiegend gewissenhafte Männer und Frauen den Weg in die Schützenvereine finden. Einerlei, welcher Herkunft sie sind, ob handwerklich oder geistig tätige, ob jung oder alt, ob sportlich versiert oder ungeschult, sie alle sind fasziniert vom körperlichen wie seelischem Zusammenspiel bei Zielen und Treffen, von der Magie der Scheibe und den Möglichkeiten, sich physisch und psychisch zu steigern. Es stimmt, im Schützenverein findet der Gegenwartsmensch das wieder, was durch Mechanisierung, Technisierung und Massenmedien in der heute gewiss reichlichen Freizeit mehr und mehr verdrängt wird: Den beglückenden und anregenden Ausgleich von den Alltagspflichten. Schießen, wie auch die Jagd war seit jeher mit einem nicht geringen Hauch von Romantik verbunden. In den Gründungsjahren der alten Schützenbruderschaften des niederrheinischen Raumes nannten diese Vereinigungen als ihr erklärtes Ziel den Schutz des Bürgers, Sie stellten die Wachen an den Toren und auf den Mauern der mittelalterlichen Städte, waren stets um das Wohl des Nächsten besorgt.
Im Kern hat sich dieses Sinnen und Trachten bis in die heutige Zeit vererbt. Einfach deshalb, weil sich Schützen vorwiegend in der Natur betätigen, weil sie keinen Sensationssport vor großer Zuschauerkulisse betreiben, schließlich weil Schießen in seiner Urform – Jagd auf Beute und Schutz vor Feinden – mit Abenteuer verbunden war. Gewiss, Gewehrschießen auf großen Veranstaltungen ist eine geordnete und wohlorganisierte Sache. Da stehen die Bewerber, das Sinnen und Trachten ausschließlich auf die Scheibenmitte konzentriert.Doch gerade deshalb haftet auch Ihnen noch ein Stück vergangener Zeiten an, denn sie betreiben einen Sport, der älter ist als alle anderen Sportarten zusammengenommen. Ihre Bewegungen und Reaktionen haben etwas rituales an sich, und auch die feierliche Stille ihres Wettkampfplatzes – gestört nur vom kurzen Mündungsknall – verleiht dem Schießen und dem Schützen Merkmale,die im Gegensatz zur gehetzten Alltagsjagd heutiger Prägung stehen. Diese Art des Schützenwesens ist dem Betrachter heute jedoch vielfach fremd. Das Leben der Bruderschaft zeigt sich ihm fast gänzlich von der geselligen und feuchtfröhlichen Seite. Schützenfeste bedeuten in seinem Wortschatz ein Volksfest, das dieses jedoch nur eine Begleiterscheinung des Schützenalltags darstellt, wird ihm zunächst nicht bewusst. Dass die eingangs aufgezeigten Maxime auch heute noch den Inhalt und die Aufgabe der Bruderschaften, die erstmals im Mittelalter in Erscheinung traten, verkörpern, dies will unsere Festschrift dem aufmerksamen Leser in Erinnerung rufen. Betrachten wir hierzu nur den Werdegang unserer Bruderschaft!
Als zu Beginn des 14. Jahrhunderts die Pest, der schwarze Tod, ganze Ortschaften unserer Heimat verheerte, schlossen sich die Bürger des Ortes Krecheln, einer Gemeinde in der Nähe von Sinzig, die heute nicht mehr besteht, zu einer Gemeinschaft unter dem Schutze des hl. Sebastianus zusammen, um damit die Abwendung der gefürchteten Krankheit zu erflehen. Aus diesem einstmals als Pestbruderschaft konzipierten Zusammenschluss wurde sehr bald eine Schutzbruderschaft, die beseelt von dem althergebrachtem Schützengedanken den Schutz von Toren und Wehren der Stadt als ihre vornehmste Aufgabe ansah. In einer Urkunde aus dem Jahre 1492 im Stadtarchiv Ahrweiler findet unsere Bruderschaft erstmals Erwähnung. Hier heißt es u.a.: Item was ein schießspill her bescheiden, ind waren he schutzen van Syntzig, Lyns, Remagen, Aldenaer ind Konynxfelt… Mithin bestand zu der Zeit schon eine Schützenvereinigung in Sinzig. „Es ist nicht ausgeschlossen – schreibt ein Nachforscher – dass ihre Gesellschaft schon damals bestanden haben kann als religiöse Bruderschaft, die sich später – etwa um 1440 – in eine Schützenbruderschaft (zunftbroederschaft) umgewandelt hat.“.
So halten wir auch heute noch am Gründungsjahr 1301 fest, uns stützend auf ein im Besitz der Bruderschaft befindliches Protokollbuch, aus dem Jahre 1844, in dem ein Herr van Hess bei seinem Eintritt in die Bruderschaft (1852 Assistent im Vorstand) der Nachwelt ein unverfälschtes Dokument über die Entstehungsgeschichte der Bruderschaft hinterlassen hat.
Im Hinblick auf den hl. Sebastianus, dem mutigen Helfer und barmherzigen Tröster der verfolgten Brüder nahm unsere Bruderschaft als Festbruderschaft ihren Ursprung, einem edelmütigen Entschluss folgend, die sie anbrandende Not und dauernde Bedrängnis wirksam zu dämmern.
In dieser Zeit, die dem Untergang der Hohenstaufendynastie folgte, durch die Wahl Rudolfs von Habsburg 1273 ihr Ende als „kaiserlose schreckliche Zeit“ (Interregnum) fand, verzeichneten wir Wirren in Staat und Kirche. In den fünfzig Jahren nach Rudolf von Habsburg stellten die Häuser Nassau, Habsburg, Luxemburg und Wittelsbach deutsche Kaiser und Könige. Sie brachten es mit Ausnahme von Habsburg zu keiner dauernden Machtstellung, da auch das reiche Königsgut verlorengegangen und in die Hände der Fürsten geraten war. So musste jeder neugewählte König, der zudem nach einem in Rhens bei Koblenz anno 1338 gefassten Beschluss der deutschen Kurfürsten nicht mehr der Bestätigung des päpstlichen Stuhls bedurfte, alles daransetzen, seine Hausmacht zu vergrößern, wenn er Geltung oder sogar Einfluss auf die Wahl seines Nachfolgers haben wollte. Wie im Reich, so lag auch bei der Kirche vieles im argen.
Ohne den Rückhalt einer starken Kaisermacht war das Papsttum bald in französische Abhängigkeit geraten. Etwa 70 Jahre lang hatten die Päpste nicht mehr in Rom, sondern in Avignon ihren Sitz, wo noch heute ein gewaltiger Palast an diese Zeit der „babylonischen Gefangenschaft“ der Kirche (1309 bis 1376) erinnert. So ist auch vielleicht die Eigeninitiative unserer Vorväter zu verstehen, die sich zu Kongregationen zusammenschlossen, um der Ohnmacht ihrer weltlichen und geistigen Herren bewusst, aus eigener Kraft ihren Idealen nachzueifern und in fester Verbundenheit versuchten, gemeinsam dieses unsichere von Angst und Not beherrschte Leben zu meistern. In dieser hochwallenden Zeit der Geisteskämpfe zwischen alten Glauben und neuer Lehre, da Sinzig überdies „durch Brandschaden und sterbende leufft“ (1583) arg in Mitleidenschaft gezogen wurde, stand unsere Schützenbruderschaft standhaft zum angestammten Glaubensgut, versah unentwegt ihre Aufgabe, wehrhaft Schutz und hilfreich Linderung zu gewähren. Der Dreißigjährige Krieg ließ unsere Bruderschaft naturgemäß in Bedeutungslosigkeit verfallen. Hilflos war unsere Heimat den Brandschatzungen der Schweden und anderer plündernd umherziehender Söldner ausgeliefert. Erst im Jahre 1758, beim großen Stadtbrand an Fronleichnam, vermochte unsere Bruderschaft wieder in Erscheinung zu treten. In einem Protokollbuch lesen wir: „Solis de 6-ten Augusti 1758… Ist die hochlöbliche St. Sebastiani Bruderschaft zur Haltung und Abzahlung der Fry Mies, weilen solche wegen des 25. May alß auf Fronleichnamßtag Vorgewesenen sehr großen Feuersbrunst dahier, nicht geschehen konnte, convocirt (zusammenberufen) worden“. In der Sitzung des Verwaltungsrats vom 27. Mai 1847 beschloß man: „Wegen der an Hungersnotgrenzenden drückenden Zeitverhältnisse sollen am nahe vorbestehenden Fronleichnamsfest alle Lustbarkeiten unterbleiben, jedoch die Prozession an diesem Tage mit gebührender Teilnahme begangen werden.“
Diesem damals gefassten Beschluss ist auch heute noch die Bruderschaft treu verbunden, heißt es doch in § 9 Abs. 1 ihrer Satzung: „Höchstes Fest der Bruder-schaft ist der Fronleichnamstag, an dem sich die Mitglieder in althergebrachter Tracht an der Prozession beteiligen. Die Bruderschaft geht geschlossen hinter dem Allerheiligsten.“
Mit Beginn des 1. Weltkrieges und seinem unglücklichen Ende, der Kaiser dankte ab, Deutschland lag in Schutt und Asche, hörte auch die
St. Sebastianus Schützenbruderschaft vorübergehend auf, existent zu sein. Vorbei waren die Festfreudigkeit, der gewohnte Zapfenstreich, das begeisterte Vogelschießen und der glanzvolle Königsball an Fronleichnam. Wehmütig trauerten unsere Vorfahren glanzvollen Zeiten nach.
Nach einigermaßen wiedererlangter Festigkeit trat am 17. September 1928 die Bruderschaft unter ihren damaligen Hauptmann Franz Sommer noch einmal nach einem dreitägigen Fest an die Öffentlichkeit, um danach in der Ära des 1000jährigen Reiches wieder in der Versenkung zu verschwinden. Dieses Fest im Jahre 1928 war der letzte Sonnenstrahl vor dem Anbruch einer dunklen Zeit, die Arbeitslosigkeit und späterhin die Machtübernahme ab dem Jahre 1933 die völlige Liquidierung der Schützenbruderschaft kennzeichnen. Als nach dem 2. Weltkrieg die Besatzungstruppen in unsere Heimat einrückten, gelang es dem damaligen Hauptmann Franz Sommer, die noch vorhandenen Protokollbücher, bleibende Zeugen einer traditionsbewussten Vergangenheit und die Königskette in Sicherheit zu bringen. In tiefer Dankbarkeit ehrt noch heute die Bruderschaft seinen unermüt-lichen Einsatz und die aufopferungsvolle Bereitschaft für die Belange der Bruder-schaft in ihrer gewiss schwärzesten Zeit; Hochbetagt nahm er kurz vor seinem Tode im Jahre 1953 die Ehrenurkunde der Bruderschaft und eine Plakette mit seinem Bild in Empfang, welches noch heute unsere Königskette ziert. Diese Königskette, von König zu König einer alten Tradition entsprechend weiterzugeben, zählt wohl zu den kostbarsten Besitz der Bruderschaft. Das älteste Schild stammt aus dem Jahre 1547, ein weiterer Beweis für das hohe Alter und das Traditionsbewusstsein der Bruderschaft.
Nach den Kriegsjahren erfuhr die Bruderschaft unter Leitung von Franz Sommer am 15. Mai 1949 eine erneute Gründungsversammlung, im gleichen Jahr wurde sie von der französischen Militärregierung als „Sankt Sebastianus Schützenbruderschaft2 genehmigt und gehört heute zum Dachverband des „Bundes der Historischen Deutschen Schützenbruderschaften e.V.“ in Köln. In einem Pachtvertrag mit der Stadt Sinzig überließ diese am 29. Mai 1953 das Gelände in der Koisdorfer Hohl, südlich der Einmündung des Strengelweges zur Erstellung eines Schießplatzes, wo in früheren Zeiten schon der Kyffhäuserbund schießsportliche Veranstaltungen abgehalten hatte. Am 4. Mai 1953 erlangte die Bruderschaft Rechtsfähigkeit durch die Eintragung in das Vereinsregister, mit Schreiben vom 23. Dezember 1954 bescheinigte ihr das Finanzamt in Ahrweiler die Gemeinnützigkeit. Am 3.12.1964 wurden die in der Koisdorfer Hohl errichteten Baulichkeiten durch Einräumung eines Erbbaurechtes durch die Stadtgemeinde Sinzig Eigentum der Bruderschaft.
Dieser Bericht stammt von unseren, am 5. März 2001 verstorbenen, Schriftführer Franz-Josef Sommer, aus dem Jahre 1976.
Unserem verstorbenen Schriftführer Franz-Josef sei hiermit gedacht, und für alles recht herzlich gedankt.
Einen Bericht hier weiterzuführen ist nicht leicht, aber:
Von 1964 bis zum heutigen Tag hat sich sowohl baulich als auch schießsportlich viel getan. Der Verein stellte mehrmals Stadtmeister und holte sich des öfteren den Stadtpokal nach Hause. Aber auch auf Bezirksebene standen die Sebastianer ihren Mann, Bezirkspokal, Bezirksprinzen, Bezirkskönige und auf sportlicher Seite holte man Bezirksmeister nach Sinzig in die Koisdorfer Hohl.
Wenn man den Schützenplatz von der Baulichen Seite betrachtet, muss man sagen, daß unsere Vorväter, mit mühsamer harter Arbeit aus Felsen gehauen, einen Platz geschaffen haben, der nach mehrmaligen An- und Umbau heute noch keine perfekte aber sehr gute und gemütliche Beschaffenheit vorweist.
Im Jahre 1966 wurde der Schützenplatz erweitert, um den Sportschützen auch im Winter Gelegenheit zum Training zu geben. Die Schützenhalle wurde im Jahre 1969 um 7 Meter verlängert. Harte Jahre waren von 1982 – 1984 zu beklagen, von der Kreisverwaltung sowie der Landesregierung wurden erhebliche Auflagen betreffend der Sicherheit und des Immissionsschutzes des Schützenplatzes gestellt. Man durfte nur noch mit Sondergenehmigung schießen, schlimmer kann es wohl für Schützen nicht kommen. Ab dem 28. August 1982 arbeitete man hart, bis endlich am 7. April 1984 Richtfest gefeiert werden konnte.
Es wurden immer wieder Renovierungsarbeiten durchgeführt, in den 90er Jahren die Cafeteria renoviert und mit einem neuen Dach versehen. Im Jahre 1998 entschloss man sich nach langem Überlegungen, den Antrag auf Baugenehmigung des heutigen Platzes zu stellen. Nachdem 1990 eine einmalige Entwässerungszahlung fällig war, jedoch von der Stadt ein Bauzuschuss in gleicher Höhe zugesichert wurde, hatte man schon mal einen finanziellen Grundstock. Die Baugenehmigung wurde 1999 erteilt und ein Kühlhaus von der Fa. Aldi erworben.
Im September 1999 wurde mit dem Bau des neuen Gastronomietraktes mit sanitären Anlagen begonnen. Der gesamte Vorplatz höhenmäßig ausgeglichen und neue Platten verlegt, alte Toilettenanlagen abgerissen und der Boden neu betoniert, somit wurden in einem auch neue Parkplätze geschaffen. Die Bruderschaft zählt heute 67 Mitglieder, darunter seit 1975 neu in der Satzung aufgenommen, auch Frauen, wovon zwei von Ihnen Sitz und Stimmrecht als 1. und 2. Kassierer im Vorstand haben.
Die Bruderschaft bildet seit vielen Jahren mit ihrem Königsschießen an Fronleichnam, mit Ihrem Schützenfest im August und anderen Veranstaltungen einen wesentlichen Bestandteil des gesellschaftlichen Lebens in unserer Heimatstadt und ist aus diesem nicht mehr wegzudenken. Durch all die Jahrhunderte ist sie stolz ihren Weg gegangen, hat unbeirrt an ihrem Leitsatz: „Glaube, Sitte, Heimat“ festgehalten. Möge die St. Sebastianus Schützenbruderschaft gegr. 1301 e.V. in Sinzig auch in Zukunft weiterhin bestehen und gedeihen, fest wurzelnd in einer echt christlich unterbauten, heimatverbundenen traditionsreichen Vergangenheit.
Unser Schutzpatron – St.Sebastianus
Nicht zu jeder Zeit – und leider auch heute noch nicht im jeden Land dieser Erde – konnte und kann jeder Mensch die Religion ausüben und den Glauben leben, zu dem er sich berufen fühlt. Auch Christen wurden im Laufe der Geschichte immer wieder verfolgt. Ein Beispiel für Christenverfolgung lieferten in grausamer Weise die Römer. Mitten in dieser Zeit lebte der heilige Sebastian. Er war von Kindheit an Christ und verstand es, seinen Glauben so heimlich auszuüben, dass niemand, außer seine Glaubensbrüder, etwas davon erfuhr. Dieses Verbergen des Glaubens war nötig, um zu überleben und so anderen beistehen zu können.
Von Beruf war Sebastian Offizier. Seinen Dienst erfüllte er mit Leib und Seele und in unermüdlicher Treue zu seinem kaiserlichen Freund Diokletian. Er hatte die Befehlsgewalt über die kaiserliche Leibwache, wobei ihn auch Tapferkeit und Klugheit auszeichneten.
Daß nicht einmal der Kaiser oder seine engsten Freunde von seinem Glauben wussten, war keinesfalls Feigheit: Die Charakterfestigkeit und Stärke des Heiligen zeigte sich in seinem ganzen Leben und seinem Tod.
Durch seine Stellung als Befehlshaber der Leibwache hatte er ungehinderten Zugang zu den Gefängnissen Roms.Dies nutzte er dazu aus, um die dort gefolterten und dem Tode ausgelieferten Christen zu besuchen, sie zum Aushalten zu ermahnen und ihnen die heilige Eucharistie zu überbringen. So waren die Christen Markus und Marzellian durch die Folterung nahe dran, von Glauben abzufallen. Sebastian eilte zu ihnen und überzeugte sie, in ihren Glauben standhaft zu bleiben.
Da seine Lage als Hauptmann der Leibwache immer gefährlicher wurde, zog er sich auf sein Gut zurück. Von einem abgefallenen Christen erfuhr Diokletian den Aufenthaltsort seines ehemaligen Freundes. Er ließ ihn verhaften und versuchte, durch Drohungen und Schmeicheleien zu erreichen, dass Sebastian von seinem Glauben abschwor. Doch das alles nützte nichts. Deshalb wurde Sebastian den kaiserlichen Bogenschützen übergeben, die ihn durch Pfeilschüsse langsam töten sollten. Ohne zu klagen, ertrug Sebastian die Martern. Als er zu Boden sank, wurde er für tot gehalten und liegengelassen. So fand ihn eine christliche Frau mit Namen Irene, die ihn zu sich nach Hause nahm und gesund pflegte. Sobald er konnte, ging er mutig zum Kaiser, um ihm wegen der Grausamkeiten gegen die Christen Vorhaltungen zu machen. Der Kaiser war zunächst sehr erschrocken, weil er gedacht hatte, Sebastian sei tot. Dennoch ließ er den ehemaligen Offizier wieder verhaften, um ihn totschlagen zu lassen.
Seit 354 wird am 20. Januar das Fest des heiligen Märtyrers gefeiert. Verehrt wird er wegen seines Heldenmutes und seiner Standhaftigkeit. Seit in Rom im Jahre 680 auf seine Anrufung hin die Pest aufhörte, gilt er auch als Patron gegen Seuchen. Die Schützenvereine und die Sebastianusbruderschaften verehren ihn als Patron. In der Diözese Trier tragen 76 Schützenbruderschaften den Namen St. Sebastianus.
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